30. Haldern Pop Festival // 08.-10. August 2013

Niels Frevert

Menschen, Lieder, Sensationen: Nach nur drei Jahren Warten erscheint dieser Tage ein neues Album von Niels Frevert. Der Typ, der nie übt, aber für das Verfassen seiner Texte mindestens so lange braucht wie ein Eichhörnchen für eine Erdumrundung, hat sich sozusagen selbst übertroffen. Man kann von einem Schaffensrausch reden. Sie halten das Ergebnis in den Händen. Hören Sie nun, bitte, bevor Sie weiterlesen, die ersten drei, sechs oder zehn Lieder dieses Musikalbums.

Wischen Sie sich jetzt das Wasser aus dem Gesicht, sammeln Sie sich, atmen Sie ausführlich aus; die Wärme kommt von innen. Sollten Sie hingegen nichts dergleichen spüren, sind Sie vermutlich tot. Jedenfalls heißt Niels Freverts neues Album „Zettel auf dem Boden“. Gemeint sind jene Papierchen, die Menschen mit Nachrichten versehen und für ihre Lieben in der Wohnung liegen lassen, auf dem Boden, auf dem Tisch oder dem Kopfkissen. Hinter jedem dieser Zettel steckt eine Geschichte, und wenn man so will, ist jedes Lied auf dem neuen, vierten Album des Hamburger Musikers ein Zettel, eine Geschichte, eine Nachricht an den Hörer. Weniger verliebt formuliert: Frevert singt kaum noch über Innenansichten und Introspektives; sein Blick geht nach draußen in die Welt und die Leben der Leute. Exemplarisch dafür und beinahe wie eine Inhaltsangabe für das ganze Album ist der erste Song: „Schlangenlinien“. Eine Art Suite, in der Musik, Text und Gesang derart meisterhaft miteinander verwoben sind, dass man tatsächlich meint, Schlangenlinien zu fahren. Für Sekunden glaubt man gar zu schweben, oder nicht?

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Niels Frevert Online:

 

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